Filme

23. Mrz, 2015

 

Into the woods ist die neueste Disney Produktion. Das, und die Tatsache, dass Meryl Streep und Johnny Depp in diesem Film mitspielen, veranlassten mich ins Kino zu gehen.

 

Ausgestattet mit rein gar Nichts – Popcorn, Gummibärchen und Cola sind figurmäßig nicht zu vertreten – setzte ich mich voller Vorfreude in die letzte Reihe.

 

Der Saal wurde dunkel, die ersten Sätze wurden gesprochen, und schon ging´s los…..mit dem Gesang! Hab ich vergessen zu erwähnen, dass es sich um ein Musical handelt?

 

Der Inhalt ist leicht verwirrend: Rotkäppchen geht singend in den Wald um die Oma zu besuchen. Hans geht singend in den Wald um eine weiße Kuh zu verkaufen, die er gegen 5 (Zauber)bohnen eintauscht, mit Hilfe derer er in den Himmel, oder wohin auch immer, klettert, um dort zu stehlen was das Zeugs hält. Er stiehlt goldene Riesenmünzen, er stiehlt ein goldenes Riesenei, er stiehlt eine goldene Harfe. Cinderella geht singend in den Wald um das Grab ihrer Mutter zu besuchen und um sich für den Ball ausstatten zu lassen, und der Bäcker geht singend in den Wald um sich Rotkäppchens roten Umhang, die weiße Kuh, gelbes Haar (von Rapunzel) und einen goldenen Schuh (von Cinderella) anzueignen. Bis zu dieser Stelle könnte man glauben, es handelt sich um eine Gangsterkomödie.

 

Es gab natürlich auch noch zwei Prinzen, sie waren praktischerweise Brüder. Einer verliebte sich in Rapunzel, die Tochter der Hexe, der andere in Cinderella. Beide sangen ein herzergreifendes Duett in idyllischer Umgebung und rissen sich dabei beinahe die Hemden vom Leib. Zugegeben, kein übler Anblick.

 

Kern der Geschichte ist jedoch der Bäcker, der von einer Hexe verflucht wurde: er kann keine Familie gründen. Der Fluch kann aufgehoben werden, wenn er oben genannte Dinge besorgt, und diese der Hexe aushändigt.

 

Nach vielen hin und her im Wald, und gefühlten 50 Liedern später, überreicht der Bäcker nun endlich der Hexe seine Beute. Das löst eine sekundenschnelle Schwangerschaft aus. Des Bäckers Frau ist plötzlich hochschwanger. Keine üble Sache: sie übersprang die Übelkeit im dritten Monat, sie übersprang geschwollene Beine, Schmerzen im Rücken und sonstige Unannehmlichkeiten.

 

90 Minuten später sind alle glücklich: Die Bäckersfrau hat ihr Baby, die Prinzen sind verheiratet, Hans hat sich reich geklaut und Rotkäppchen hat nun ein Cape aus Wolfsfell (ob letzteres politisch korrekt ist, weiß ich nicht).

 

Ich war ebenfalls glücklich (der Film schien zu Ende) und schnappte schon meine Jacke, als plötzlich eine Riesin vom Himmel, oder von wo auch immer, herunter klettert, und einen Teil der Bevölkerung dahinrafft. Ihr Riesenmann fiel im Laufe des Films von der Zauberbohne und war tot. Genaueres wollt ihr nicht wissen, vertraut mir!

 

Der Film war also noch nicht aus, es wurde gnadenlos weiter gesungen. Und zwar noch ganze 35 Minuten. In diesen 35 Minuten wird die Riesin getötet. Der Prinzgemahl von Cinderella schmust mit der Bäckersfrau. Diese stürzt darauf sogleich einen Abhang hinab und verstirbt. Ob das eine moralische Botschaft beinhaltete, vermag ich nicht zu sagen.

 

Der Bäcker ist dann doch volle 2 Minuten untröstlich, bevor er mit seinem Baby, Hans und Rotkäppchen im Schlepptau, nach Hause geht. Und die betrogene Cinderella? Sie schließt sich mit den Worten „Ich putze ab und zu ganz gerne“ dem Bäcker und seiner Kinderschar an, und darf nun ihr Leben ebenfalls an seiner Seite putzend verbringen.

 

Ab und zu kaufe ich mir, wenn mir im Kino ein Film gefallen hat, ein paar Wochen später die DVD. Diesmal lass ich es bleiben!